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Badische Zeitung am 30. Mai 2011

45000 Euro für Staufen

44 965 Euro zugunsten der Stiftung zur Erhaltung der historischen Altstadt Staufen sind bei der großen Kunstauktion gestern Nachmittag im Faust-Gymnasium zusammengekommen. Von 109 Künstlerinnen und Künstlern aus der Region waren insgesamt über 170 Werke zur Verfügung gestellt worden. Teuerster Einzelverkauf war eine Monotypie aus dem Jahr 1948 des 1965 verstorbenen Freiburger Kunstprofessors Julius Bissier.

 

Zumindest zu Beginn der Auktion war die Aula des Faust-Gymnasiums gut gefüllt. Etwa 200 Kunstinteressierte versammelten sich zum Startschuss, den Landrätin Dorothea Störr-Ritter und Staufens Bürgermeister Michael Benitz pünktlich um 14 Uhr gaben. Benitz zeigte sich angesichts der großen Zahl der beteiligten Künstler „überwältigt von diesem Solidaritätsbeweis für Staufen“ – und sah in deren zahlreichen Beiträgen auch eine Art „Dankeschön“ für das Engagement der öffentlichen Hand für die Kultur, das im Landkreis und speziell auch in Staufen gepflegt werde. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich einen kleinen Traum erfüllen können“, motivierte Störr-Ritter die anwesenden Kunstinteressierten.

 

Von denen nahmen etliche die Werke in der Mensa des Gymnasiums noch einmal aus der Nähe in Augenschein, ehe Christoph Graf Douglas zum ersten Mal den Hammer fallen ließ. Zuverlässiger Führer durch die kommenden Stunden war für die meisten Anwesenden der sehr schön gestaltete Auktions-Katalog, der auch bei jenen einen Platz im Bücherregal finden dürfte, die am Ende ohne ein „echtes“ Kunstwerk unterm Arm die Versteigerung verlassen sollten.

 

Die knapp 250 Seiten des Katalogs (mit kurzen Künstler-Biographien im Anhang) lesen sich nicht nur wie ein Who is Who der zeitgenössischen regionalen Kunstszene, sie geben auch einen Überblick über die Vielfalt des künstlerischen Schaffens in Rheinebene und Schwarzwald. Ob Zeichnungen, Drucke, Aquarelle, Öl- oder Acrylgemälde, ob Skulpturen, Keramiken, Collagen oder Fotografien – eine beeindruckende Bandbreite an Stilen, Techniken und Materialien war im Angebot. Und das zum Teil zu Preisen, die der zweite Auktionator, BZ-Herausgeber Christian Hodeige, immer wieder mal als „Schnäppchen“ bezeichnete. Einen besonders prallen Geldbeutel jedenfalls musste man nicht unbedingt mitbringen, um Kunst von beachtlicher Qualität zu erwerben. Viele Werke wechselten für maßvolle dreistellige Eurobeträge den Besitzer.

 

Immer wieder ein spannender Schlagabtausch

 

Knapp die Hälfte aller etwa 170 Kunstwerke wurde verkauft – für Auktionen dieser Art eine gute Quote, fand jedenfalls Staufens Bürgermeister Michael Benitz: „Ich bin mit Verlauf und Ergebnis dieses Nachmittags sehr zufrieden.“ Kleiner Wermutstropfen vielleicht: Eine Blei- und Filzstiftzeichnung von Tomi Ungerer fand für die avisierten 8 000 Euro keinen Käufer. Noch nicht jedenfalls. Denn die Künstler der nicht verkauften Werke stellen ihre Gaben weiterhin der Staufenstiftung zur Verfügung, bei der sie zu dem vom Künstler veranschlagten Preis erworben werden können.

 

Bald drei Stunden dauerte die Versteigerung, die Graf Douglas, ehemaliger Deutschland-Chef von Southeby’s, und Hodeige souverän leiteten. Bei der Fülle der angebotenen Kunstwerke hatten sie es nicht immer ganz leicht, die Bietelust des Publikums anzufachen, zumal deutlich wurde, dass die meisten der rund 100 Bieter ziemlich genau wussten, was sie wollten – und zu welchem Preis. Guter Zweck hin oder her.

 

Immer wieder aber entwickelte sich ein interessanter Schlagabtausch, der die Preise in die Höhe trieb. So konnte Graf Douglas erfolgreich das Interesse an zwei Fotografien von schlanken Frauenbeinen (von Barbara Egin-Bühler) wecken, die am Ende 770 Euro erlösten. Eine Bleistiftzeichnung von Elisabeth Endres ging mit 120 Euro ins Rennen, am Ende stand das Höchstgebot bei 620 Euro.

 

Den wohl spannendsten Bieterwettbewerb entfachte das Werk eines längst verstorbenen Künstlers. Der Münstertäler Erwin Pfefferle (1880–1961) malte um 1940 auf sehr naturalistische Weise eine Tanzszene mit dem Titel „Staufe uff em Märkt“. Mit 200 Euro ging das Aquarell ins Rennen, 3000 Euro sollte es am Schluss kosten. Zu den hochpreisigen Verkäufen zählten neben der Monotypie von Julius Bissier (6500 Euro) unter anderem auch eine Bacchus- Skulptur von Kurt Lehmann (5000 Euro).

 

 

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